Erbschaft oder Schenkung. Was ist aus steuerlicher Sicht vorteilhafter? Welche Vor- und Nachteile hat jede Alternative? Rechtsberatung

Erbschaft oder Schenkung: Alles, was Sie wissen müssen. Rechtsberatung.

Ein kürzlich erschienener Bericht des Generalrates der Notare lässt keinen Zweifel. In den letzten Jahren sind die Erbschaften in Spanien um mehr als 20% gestiegen. Das Gleiche gilt für Schenkungen, die im vergangenen Jahr fast 31% höher sind. Ebenfalls hervorzuheben sind die Erbverzichte, die im Jahr 2021 ein historisches Maximum erreichten. Die Pandemie, die Angst vor künftigen Steuererhöhungen und die aktuelle Unsicherheit sind die Hauptursachen. Angesichts dieser Situation fragen sich viele: Was ist besser? Die Schenkung zu Lebzeiten oder die Vererbung nach dem Tod? Im heutigen Artikel analysieren wir die wichtigsten Vor- und Nachteile der Erbschaft und der Schenkung.

Erbschaft oder Schenkung. Definition und Hauptunterschiede.

Der größte Unterschied zwischen Erbschaft und Schenkung ist logischerweise der Zeitpunkt. Mit der Schenkung überträgt der/die Schenkende die Güter und Rechte zu Lebzeiten währen im Fall der Erbschaft die Übertragung erst nach dem Tod des/der Besitzers/Besitzerin eintritt. Welche anderen Unterschiede gibt es? Zum einen, die steuerlichen Folgen. Ohne zu verallgemeinern, ist die Vererbung meistens vorteilhafter als die Schenkung. Es gibt jedoch Ausnahmen. Auch darf nicht vergessen werden, dass mit der Erbschaft nicht nur das Vermögen und die Rechte, sondern auch die Schulden übertragen werden.

Welche Vorteile bietet die Schenkung zu Lebzeiten

Das Schenkungsverfahren ist deutlich schneller, da die im Todesfall erforderlichen, oftmals umfangreichen Unterlagen nicht zusammengetragen werden müssen. Auch kann der/die Schenkende Bedingungen für die Übertragung der Güter auferlegen oder sich bestimmte Rechte vorbehalten. Zum Beispiel den lebenslangen  Nießbrauch der Wohnung. Ebenso, kann mit der Schenkung den Angehörigen schon zu Lebzeiten geholfen werden.

Welche Vorteile bringt die Vererbung nach dem Tod

Der vielleicht größte Vorteil der Vermögensweitergabe durch die Vererbung ist die (in der Regel)  günstigere Besteuerung. Folgendes Beispiel zur Veranschaulichung. Ein Haus, das der Verstorbene vor Jahren für 150.000 € erwarb. Der Wert zum jetzigen Zeitpunkt beträgt 290.000 €. Da es sich um eine Vermögensweitergabe durch Erbschaft handelt, wird der erzielte Veräußerungsgewinn (Erwerbspreis – Übertragungspreis) in Höhe von 140.000 € nicht in der Einkommenssteuererklärung  besteuert (Art. 33.3.b des Einkommensteuergesetzes).

Wird das Haus jedoch durch eine Schenkung übertragen, müssete der/die Schenkende  für diese Kapitalübertragung insgesamt 31.080 Euro zahlen.

Welche Variante ist aus steuerlicher Sicht sinnvoller?

Eine allgemein gültige Antwort hierauf ist fast unmöglich, da es wichtig ist, jeden Einzelfall zu prüfen. Eine Erbschaft im Wert von 700.000 €, und eine von 200.000 € sind nicht dasselbe. Auch die Anzahl der Erben, da sich dies auf die Steuern auswirkt.Je mehr Erben, desto weniger erhält jeder und desto weniger Steuern muss er/sie zahlen. Auch sind die geltenden Ermäßigungen und Zuschläge in jeder autonomen Gemeinschaft unterschiedlich. Beispielsweise gibt es in der Autonomen Gemeinschaft Valencia einen Familienrabatt für Schenkungen zwischen 100.000 und 156.000 Euro (je nach dem Alter des Empfängers).

Das bedeutet, dass die Schenkung einer Wohnung mit einem geringeren Wert von der Zahlung der Steuer befreit wäre. Auch die Erbschaftssteuer betrachtet zahlreiche Ermäßigungen und Abschläge. Die Reduzierung der Bemessungsgrundlage um 95 % beim Erwerb des Hauptwohnsitzes (mit einem Limit von 150.000 €). Abschlag auf die Quote zwischen 50 % und 75 % (je nach Alter und Verwandtschaftsgrad) usw.

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Die Informationen in diesem Artikel stellen keine Rechtsberatung dar, sondern vermitteln lediglich Informationen zu rechtlichen Fragen.

Carlos Baos (Rechtsanwalt)

White & Baos.

Tel: +34 966 426 185

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